Übung Vermisstensuche in Zwiesel

Am Samstagmorgen (17.10.2026) trafen sich um 09:00 Uhr die Führungseinheiten der Feuerwehr, Polizei, BRK und der Bergwacht im Feuerwehrhaus in Zwiesel.

Grund hierfür war, dass die Rettungsorganisationen das Zusammenspiel bei einer größeren Vermisstensuche beüben wollten um festzustellen ob dies reibungslos klappen würde oder es Punkte zur Verbesserung gibt.


Das Übungsszenario, das sich Andreas Lobenz, Vorstand und Einsatzleiter der IMS-Rettungshundestaffel Zwiesel, zusammen mit dem zuständigen Kreisbrandmeister Josef Eberl überlegte, sollte realitätsnah und trotzdem fordernd sein.
Dazu lieferte Sie folgende Lage.

Der Fahrer einer Reisegruppe verlies sich in der Nacht zu Samstag blind auf sein Navigationsgerät, welches ihn in den Wald lotste, wo er sich dann mit seinem Bus auf Höhe des Kaisersteigs bei Rabenstein im Graben festfuhr und nicht mehr aus eigener Kraft auf den Weg zurückkam.
Nach mehreren glücklosen Versuchen das Fahrzeug zu befreien, wurden die Fahrgäste ungeduldig und wollten nicht weiter warten. Daher beschlossen diese, den Rückweg im Dunkeln anzutreten.
Da aber die Gruppe nicht geschlossen zurück ging, dauerte es bis zum Morgen, bis im Hotel auffiel, dass nicht alle Reisende wieder zurückgekehrt waren. Woraufhin die Polizei verständigt wurde.

Um 09:30 waren die Einsatzleitfahrzeuge in der Halle des Feuerwehrhauses in Zwiesel aufgebaut und betriebsbereit. Die Übung begann mit einer kurzen Lageeinweisung durch den Leiter der PI Zwiesel, Till Hauptmann und seine Streifenbesatzung, die aufgrund der großen Fläche die abzusuchen ist, die ehrenamtlichen Helfer angefordert haben. Sie konnten aber bereits durch die im Vorfeld geleisteten Ermittlungen berichten, dass insgesamt 8 Personen den Weg zurück nicht geschafft haben und abgängig sind.

Nach der Einweisung besprach man sich noch kurz und Verteilte die einzelnen Aufgaben.
Auch die IMS Rettungshundestaffel Zwiesel wurde mit hinzugezogen, da diese mit Hunden und Drohnen das Einsatzgebiet von ca. 57 Hektar schneller absuchen können.

Die Einsatzleitung der Feuerwehr hatte der Zwiesler Kommandant Christian Roth und wurde vom Team der UG – ÖEL um KBM Ludwig Sperl unterstützt.
Diese leiteten die Maßnahmen der Feuerwehr und sammelten alle Informationen und hielten regelmäßige Lagebesprechungen ab, damit alle Führungskräfte immer auf dem aktuellen Stand sind.

Das Team vom BRK um Christoph Göstl kümmerte sich um die rettungsdienstlichen Maßnahmen und übernahmen den Einsatzfunk, so dass diese immer über alles informiert waren was im Einsatzgebiet geschieht.

Die Bergwacht Zwiesel um Andreas Weiß musste eine abgestürzte Person aus den Felsen am Hennenkobel retten und die von den Hundestaffeln gefundenen Opfer erstversorgen und dann zum Rettungsdienst abtransportieren.

Zudem hatte das Team des Einsatzleitwagens noch die Aufgabe, die eingesetzten Drohnen zu koordinieren.

Auch die Rettungshundestaffel hatte bereits ihre Einsatzleitung im Feuerwehrhaus eingerichtet und begann die Suchbereiche in Karten einzuzeichnen und diese dann an ihre Hundeführer zu verteilen. Unterstützt wurden die Kollegen aus Zwiesel von weiteren Hundestaffeln des BRK aus Straubing und Parsberg (Oberpfalz).

Somit war die sogenannte Wagenburg komplett und nachdem die Einsatzkräfte ihre Aufträge hatten und die Übung lief, wurde zeitnah wieder eine kurze Lagebesprechung abgehalten, damit wieder alle auf gleichen Stand waren.

Neue Informationen wurden untereinander ausgetauscht und das weitere Vorgehen aufeinander abgestimmt.
Hier stellte sich der große Vorteil des Zwiesler Feuerwehrhauses heraus, denn in der Fahrzeughalle konnten alle Einheiten sich einrichten.
Die Wege waren kurz und so konnte schnell auf neue Geschehnisse reagiert werden.
Auch die eingesetzten Drohnen stellten sich für ein schnelles Absuchen großer Gebiete als große Hilfe heraus.
Dank der Wärmebildkamera einer Drohne, konnte nach kurzer Zeit bereits eine der Vermissten gefunden werden.
Diese Kamera stellt Objekte, die wärmer sind als ihre Umgebung, heller dar als das Umfeld, was es deutlich einfacher macht Menschen oder Tiere aus der Luft zu entdecken.
Auch die Hundeführer hatten im unwegsamen und bewaldeten Gebiet so ihre Mühe, aber auch sie waren sehr erfolgreich, so dass nach und nach immer wieder Personen gefunden und von der Bergwacht abtransportiert werden konnten.
Gegen 14:00 Uhr waren dann alle Personen aufgefunden und gerettet.

Um 14:30 Uhr gab es noch eine letzte Besprechung mit allen 57 Helfern, bei der jede Führungskraft noch einmal zu Wort kam und positives wie auch negatives ansprechen konnte.
Übungsbeobachter Kreisbrandmeister Josef Eberl zeigte sich dabei sehr zufrieden mit dem Verlauf dieser Übung und wies auf die hervorragende und zielgerichtete Arbeit aller Helfer hin. Man merke, dass die Zusammenarbeit der einzelnen Organisationen schon hervorragend funktioniert und durch neue technische Möglichkeiten immer noch etwas besser werde.
Stadtrat und Feuerwehrreferent Markus Kollmaier bedankte sich im Namen der Stadt Zwiesel bei allen Helfern und betonte die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Kräfte für die Gesellschaft, „ohne Eich geht’s oafach ned!“
Vor allem den „Opfern“ dankte er besonders, diese versteckten sich stundenlang bei herbstlichen Temperaturen im Wald, um von den Helfern gefunden zu werden.

Bei einer warmen Brotzeit, heißen Kaffee und Getränken, welche Zwiesels 1. Bürgermeister
Karl – Heinz Eppinger bereitstellte, konnte sich jeder noch einmal stärken, bevor die Heimreise angetreten wurde.

Bericht & Bilder: KBM Eberl J.

Meldung vom: 21.10.2026