Feuerwehr für die Kleinsten

Schlatzendorf. So stellt man sich den Sommer vor: Sonne, Wärme, Feste feiern. Und Schlatzendorf hatte dieses Jahr Glück: Alle drei Faktoren kamen am Wochenende (29. und 30.06.2019) beim 41. Schlatzendorfer Dorffest zusammen. Neben dem Feiern und dem Gottesdienst stand am Sonntag auch die Gründung der Kinderfeuerwehr Schlatzendorf auf dem Programm.

 

Auftakt war, nachdem die Mitglieder der Dorfgemeinschaft am Freitag das Festzelt aufgebaut hatten, der Seniorennachmittag am Samstag. Obwohl der Besuch wegen der Hitze eher mäßig war, machten das die Gäste, die am Abend ins Festzelt kamen, darunter zahlreiche Vereinsabordnungen, mehr als wett. Bis in den frühen Morgen wurde gefeiert. Für die Kinder gab es eine Hüpfburg und einen Sandkasten, während ihre Eltern das Festbier und Grillschmankerl genießen konnten.

 

Am Sonntag fand am späten Vormittag ein Gottesdienst bei der Dorfkapelle statt, den heuer Pfarrvikar Markus Meier zelebrierte. In seiner Predigt sprach der Geistliche den so genannten Kairos an, den „unwiederbringbaren Augenblick“. Dies sei der Moment, in dem man sich für eine Sache entscheiden müsse. Das sei mit Freiheit verbunden. Zwar sei der Mensch durch gewisse Dinge und Konventionen nicht frei: Staatsform, Gesetze, Regeln von Eltern. „Aber im Kopf sind wir frei“, sagte Meier. „Und wir haben die Freiheit, hier in Schlatzendorf in einer intakten Dorfgemeinschaft zu leben.“ Im Anschluss segnete der Pfarrvikar das Totenbrett von 2014, das heuer von Franz Eibauer mit den restlichen Namen in aufwändiger Schnitzarbeit erweitert wurde, wie Feuerwehr- Vorsitzender Martin Pinzl bei der Begrüßung mitteilte. Um die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes kümmerte sich der Prackenbacher Dreigesang mit Gertraud Holzapfel, Ramona Preiß-Höcherl und Anna Bartl.

 

Ziel der Kinderfeuerwehr sei laut Vorsitzendem Martin Pinzl, die Kinder im Dorf zu binden. Es gab Zeiten, da rutschten die Kinder in einen Dorfverein und integrierten sich somit in die Dorfgemeinschaft. Das sei heutzutage nicht mehr immer der Fall. Habe man bisher erst mit zwölf Jahren in die Schlatzendorfer Wehr eintreten können, sei dies nun ab sechs Jahren möglich.

 

Florian Voitl zeigte sich erfreut, dass Caro Wittmann und Erna Vogl die Kinderwehr leiten, unterstützt werden sie von Christina Tetek, Miriam Peter und Carina Wittmann. „Wir wollen Nachwuchs“, sagte Vogl. „Wir werden einmal pro Monat eine Gruppenstunde anbieten. Am 12. Juli gibt es eine Führung durchs Feuerwehrhaus in Schlatzendorf. Auch Basteln und Experimenten zum Feuerwehrwesen und Kürbisschnitzen stehen auf dem Programm“, berichtete Wittmann.

 

Ehrengäste, darunter Bürgermeister Franz Wittmann, stellvertretender Landrat und Sprecher der Dorfgemeinschaft Erich Muhr sowie Kreisjugendwart Martin Sterl sprachen Grußworte. Der Rathauschef lobt das Engagement der Kinderwehr: „Ihr seid die Zukunft der Feuerwehr.“ Erich Muhr sagte: „Eine Kindergruppe innerhalb der Schlatzendorfer Feuerwehr ist eine natürliche Weiterentwicklung der Gründung der Jugendfeuerwehr vor 30 Jahren.“ Den Leiterinnen dankte er: „Eine Kinderwehr braucht Mütter, die Erfahrung im Umgang mit Kindern haben.“ Kreisjugendwart Sterl versprach eine Spende des Landesverbands der Feuerwehr von 200 Euro, dieam12. Juli überreicht werden soll.

 

Zu Redaktionsschluss hatten sich drei Kinder angemeldet, 20 Interessierte waren vor Ort.

 

Bericht: Viechtacher Bayerwald-Bote (VBB), Foto:Schlamminger/VBB

Meldung vom: 07.07.2019