Ruhmannsfelden. Rund 300 Feuerwehrdienstleistende, Führungskräfte sowie zahlreiche Ehrengäste sind am Sonntag in der Mehrzweck-Turnhalle in Ruhmannsfelden zur Dienstversammlung des Kreisfeuerwehrverband Regenzusammengekommen. Die jährliche Zusammenkunft stand ganz im Zeichen von Rückblick, personellen Weichenstellungen und der Würdigung langjähriger Verdienste.
Nach der Begrüßung durch den Verbandsvorsitzenden Heinrich Mühlbauer gedachten die Anwesenden in einer Schweigeminute der verstorbenen Kameraden. Besonders hervorgehoben wurde dabei das Andenken an den Ehrenkreisbrandmeister Max Zelzer.
Nachwuchsarbeit als zentrales Zukunftsthema
In seinem Tätigkeitsbericht ließ Mühlbauer ein arbeitsreiches Jahr Revue passieren. Der Kreisfeuerwehrverband war bei zahlreichen Jahreshauptversammlungen, Sitzungen und Festlichkeiten vertreten und damit eine wichtige Klammer für die Feuerwehren im Landkreis.
Ein besonderes Augenmerk legte er auf die Kinder- und Jugendfeuerwehren. Diese seien die Grundlage für die Zukunft der Feuerwehren. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung würden dort auch Werte wie Kameradschaft, Respekt und Verantwortungsbewusstsein vermittelt.
Für das laufende Jahr kündigte Mühlbauer mehrere Seminare an – unter anderem in Altnussberg zu den Themen Gewaltprävention gegenüber Führungskräften und Vegetationsbrandbekämpfung sowie in Bodenmais zum Umgang mit Ausnahmesituationen bei Kindern und Jugendlichen.
Als vollen Erfolg bezeichnete er den „Tag der Rettungs- und Hilfsorganisationen“ in Ruhmannsfelden im vergangenen Jahr. Neu aufgestellt wurde zudem der Fachbereich Brandschutzerziehung, der in diesem Jahr erstmals zum Einsatz kommt.
Rückhalt aus Kommune und Landkreis
Bürgermeister Werner Troiber würdigte in seinem Grußwort die hohe Verlässlichkeit und Professionalität der Feuerwehren. Auf sie sei jederzeit Verlass. Für Anfeindungen gegenüber Einsatzkräften zeigte er keinerlei Verständnis.
Landrat Dr. Ronny Raith – selbst aktives Feuerwehrmitglied – betonte die hervorragende Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen, die sich besonders bei größeren Schadenslagen bewährt habe. Mit Blick auf den wachsenden Katastrophen- und Zivilschutz werde dieser Zusammenhalt künftig noch stärker gebraucht.
Für die Landtagsabgeordneten Martin Behringer, Johann Müller und Stefan Ebner überbrachte Ebner die Grüße. Er bezeichnete die Feuerwehren als Garanten für Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt und sicherte die weitere Unterstützung des Freistaates zu.
Bericht des Kreisbrandrates: Zahlen, Veränderungen und klare Worte
Den umfangreichsten Part der Versammlung übernahm Kreisbrandrat Hermann Keilhofer. Detailliert listete er die Einsatzzahlen aller Wehren im Landkreis auf und bezeichnete das vergangene Jahr insgesamt als „durchschnittlich“. Die Bandbreite reichte von klassischen Brandeinsätzen über technische Hilfeleistungen bis hin zu Unterstützungen im Rettungsdienst.
Großen Raum nahm der Personalbereich ein. Keilhofer kündigte an, nach fast 30 Jahren im Amt bei den Wahlen 2028 nicht mehr anzutreten. Mit dem derzeitigen Kreisbrandmeister Marco Dietl aus Kollnburg stehe bereits ein geeigneter Nachfolger bereit, der alle fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für dieses verantwortungsvolle Amt mitbringe.
Eine Veränderung gab es auch im KBM-Bereich Kirchberg/Bischofsmais:
Tobias Ertl legte sein Amt aus beruflichen Gründen nieder. Seine Nachfolge übernimmt der Kommandant der Feuerwehr Habischried, Martin Schreiner.
Auch die Ausstattung der Feuerwehren sprach Keilhofer ausführlich an. Zahlreiche Fahrzeuge und Geräte konnten in Dienst gestellt werden oder befinden sich in der Beschaffung. Als bedeutenden Schritt für die Vegetationsbrandbekämpfung bezeichnete er die Stationierung einer von zwei Waldbrandkomponenten für Niederbayern in Viechtach.
Kritische Worte fand der Kreisbrandrat für den stetig wachsenden Verwaltungsaufwand. Dieser belaste die Führungskräfte zunehmend und nehme wertvolle Zeit für Ausbildung und Einsatzvorbereitung in Anspruch.
Geordnete Finanzen
Schriftführerin Sabine Riedl wurde durch Carina Trauner vertreten, die den Jahresbericht verlas. Kassenverwalter Andreas Weindl informierte über eine solide Finanzlage. Nach der Prüfung durch Michael Raith und Martin Heiland wurde Weindl einstimmig entlastet.
Neuer Fachbereich 9 – Brandschutzerziehung
Im vergangenen Jahr wurde auch der Fachbereich 9 – Brandschutzerziehung neu geordnet und aufgestellt. Hier stellte sich das zukünftige Team des Fachbereichs in Ruhmannsfelden vor und präsentierten die Ziele und Aufgaben des neuen Fachbereichs Brandschutzerziehung. Neben Nadine Lang, die die Fachbereichsleitung übernimmt, stehen ihr Alexandra Roth und Sandra Aichinger tatkräftig zur Seite.
Mit dem neuen Fachbereich sollen Kinder frühzeitig und altersgerecht an das Thema Brandschutzerziehung herangeführt werden. So soll ein richtiges Verhalten im Brandfall erprobt werden.
Hierzu besuchen die Brandschutzerzieherinnen Schulen, Kindergärten und örtliche Feuerwehren, um den kleinsten den Umgang mit Feuer nahezubringen. Die Feuerwehren können sich zudem auch Materialien, wie zB einen Brandschutzerziehungskoffer und ein Rauchhaus ausleihen, um diese in der örtlichen Kinderfeuerwehr zu präsentieren.
Ehrungen: Dank für jahrzehntelangen Einsatz
Höhepunkt der Versammlung waren die zahlreichen Auszeichnungen für verdiente Feuerwehrdienstleistende.
Eine besondere Würdigung erfuhr Alois Wiederer. Der langjährige Kreisbrandmeister für den Bereich Kirchberg/Bischofsmais wurde zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt – eine Auszeichnung, die seine jahrzehntelange Führungsarbeit und sein außergewöhnliches Engagement für das Feuerwehrwesen im Landkreis unterstreicht.
Die Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes Bayern erhielt Konrad Limbeck von der Feuerwehr Wiesing für seine langjährigen Verdienste.
Mit dem Ehrenkreuz in Silber des Landesfeuerwehrverbandes Bayern wurden gleich zwei Kommandanten ausgezeichnet:
Christian Ahrmann von der Feuerwehr Gotteszell und Stefan Schrötter von der Feuerwehr Schönau. Beide prägen seit vielen Jahren mit großem persönlichen Einsatz die Entwicklung ihrer Wehren.
Das Ehrenkreuz in Silber des Bezirksfeuerwehrverbandes Niederbayern erhielten
Josef Niedermaier, Kommandant der Feuerwehr Zell, sowie Franz Schmerbeck, Zweiter Vorstand der Feuerwehr Ruhmannsfelden.
Mit dem Ehrenkreuz in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes Regen wurden zwei Persönlichkeiten ausgezeichnet, die die Feuerwehr Ruhmannsfelden über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt haben:
Vorstand Andreas Bauer sowie der Ehrenkommandant und stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Rudi Edenhofer.
Die Ehrennadel in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes Regen erhielt Josef Köppl, der als Sachbearbeiter für Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt Regen ein verlässlicher Ansprechpartner für die Feuerwehren ist und deren Arbeit seit vielen Jahren maßgeblich unterstützt.
Starker Zusammenhalt als Grundlage
Die Dienstversammlung machte deutlich, dass die Feuerwehren im Landkreis Regen gut aufgestellt sind – fachlich, organisatorisch und personell. Gleichzeitig stehen sie vor großen Herausforderungen.
Mit einer starken Nachwuchsarbeit, moderner Ausstattung und dem engen Schulterschluss mit Politik und Hilfsorganisationen blickt die Feuerwehrfamilie jedoch geschlossen und zuversichtlich in die Zukunft.






























